Projektberichte

Die EU fördert Projekte in Ihrer Nachbarschaft! Hier berichten Projektteilnehmer über ihre Aktivitäten, Veranstaltungen und Erfahrungen!

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Altersdepressionen und Demenz: Verständnis, Entlastung und Hilfe

euPrevent SFC: Seniorenfreundliche Gemeinden Kelmis und Amel

Mit bewährten Projekten Verbesserungen erreichen. Kelmis und Amel werden mit 30 Gemeinden aus der Euregio Maas-Rhein für Senioren und ihre Angehörigen aktiv. Erfolgreicher Start: Theatervorführungen, ein Vortrag und Erfahrungsaustausch.

Sicher leben, das Leben genießen und beteiligt bleiben!

Unter diesem Motto stellen sich erprobte Projekte von seniorenfreundlichen Gemeinden aus der Euregio Maas-Rhein im Rahmen des Interreg EMR Projektes euPrevent Senior Friendly Community (SFC), in dem 9 euregionale Partner, darunter die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben, mit 32 Gemeinden zusammenarbeiten. Die Initiativen dienen dazu, das Leben mit Demenz oder Altersdepression zu erleichtern und die helfenden Angehörigen zu unterstützen.

Immer mehr Betroffene

Die wachsende gesellschaftliche Herausforderung des Umganges mit Alterserkrankungen muss vermehrt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden.

Nach einer Bestandsaufnahme in den teilnehmenden Gemeinden konnten diese aus einer Vielzahl an bestehenden praktischen Aktivitäten aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden auswählen, die im Laufe des Jahres in ihrer Gemeinde durchgeführt wurden.

Altersdepressionen

Ein Fachvortrag im Juli dieses Jahres in Heppenbach informierte im Rahmen des Projektes umfassend darüber:

Ich bin erleichtert zu sehen, dass auch andere Angehörige vor den gleichen großen Herausforderungen stehen.

  • Welche Formen der Erkrankung gibt es?
  • Wie kann man diese erkennen?
  • Wie kann man diese vorbeugen oder lindern?
  • Wie können Angehörige und Hilfskräfte bestmöglich mit den auftauchenden Alltagsschwierigkeiten umgehen?

„Vergessen und Versunken“

Fünf gut besuchte Aufführungen des Se-Theaters (Maastricht), die in Amel und Kelmis stattfanden, veranschaulichten sehr realitätsnah welchen Einfluss diese Erkrankungen auf den Alltag und das Zusammenleben von Senioren und Angehörigen haben.

  • "Ich weiß es wirklich nicht mehr."
  • "Du hast meine Autoschlüssel verlegt."
  • "Früher haben wir mit den Freunden immer viel gelacht. Ich hab alle unterhalten..."

Die aufwühlenden und zugleich respektvoll dargestellten Szenen waren die ideale Vorlage zu einem intensiven Austausch zwischen Schauspielern und Publikum.

So kamen eigenes Erleben, Überforderung und Entlastungsbedarf zur Sprache.

Verständnis erwünscht

Angehörige wünschen sich

Wir brauchen Verständnis und Entlastung.

  • geduldige Ärzte,
  • geschulte Verwaltungen,
  • ein verständnisvolles Umfeld,
  • einen beständigen Freundeskreis,
  • die Möglichkeit, mal zu entspannen,
  •  Nachbarschaftshilfe

Es müsse auch ermöglicht werden, dass ausgebildete Fachleute zu den Betroffenen ins Haus kommen.

Internationale Anerkennung

Das Interreg-Projekt fand beim Deutschen Seniorentag in Dortmund Beachtung bei Fachkräften, die sich in verschiedenen Ländern für das Selbstbestimmte Leben von Senioren einsetzen.

Bei Demenz oder Depressionen suchen Senioren nicht von sich aus professionelle Hilfe.

Und selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde auf die Initiative aufmerksam. Sie empfiehlt den Mitgliedstaaten die Vorgehensweise jetzt als "Best Praxis".

Darauf dürfen die teilnehmenden Gemeinden Kelmis und Amel stolz sein!

In Planung

Derzeit wird geprüft, ob weitere Vorhaben umgesetzt werden können, wie

  • der Besuch von Kindern bei Demenz-Erkrankten im Altenheim,
  • eine Kunst-Ausstellung,
  • Ehrenamtliche, die regelmäßig alleinstehende Senioren anrufen, ...

In den 9 deutschsprachigen Gemeinden

 

o leben 14.801 Menschen über 65 Jahren
o davon sind 4.214 über 80 Jahre
 
Rund 1.400 Personen sind von Demenz betroffen.


o 1/5 der über 85 Jährigen
o 1/3 der über 90 Jährigen
 
Rund 1000 Personen über 65 leiden an einer Depression.
Das Projekt euPrevent SFC wird im Rahmen des Interreg EMR Programms durchgeführt und mit knapp 1 Mio. EUR durch den EFRE mit finanziert. Es ist im September 2016 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren.