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REK-Zukunftskongress am 27. April 2018 in St. Vith

Mit neuen Ergebnissen und frischen Ideen in die dritte Umsetzungsphase

„Ostbelgien leben 2025“ - unter diesem Leitgedanken wurde 2009 das Regionale Entwicklungskonzept (REK) für die Deutschsprachige Gemeinschaft initiiert. Eine Standortbestimmung wurde nun am 27. April 2018 beim Zukunftskongress vorgenommen.

Rund 150 Teilnehmer aus Regierung, Verwaltung und der Zivilgesellschaft waren an diesem Tag ins St. Vither Triangel gekommen, um

  • verschiedene Impulsreferate rund um das REK zu hören
  • sich über den aktuellen Stand des REK zu informieren und
  • neue Ideen einzubringen.

Aus Stolpersteinen Trittsteine machen

Den Auftakt nach der Begrüßung durch Ministerpräsident Paasch machte die österreichische freischaffende Raumwissenschaftlerin Prof. Dr. Gerlind Weber mit dem Impulsreferat „Herausforderungen ländlicher Räume“. Sie beleuchtete die vielfältigen Probleme, die in ländlichen Gebieten vorherrschen und demonstrierte diese anhand der folgenden „Stolpersteine“:

  • neoliberale Globalisierung,
  • demografischer Wandel und selektive Abwanderung,
  • Digitalisierung und Robotik,
  • Klimawandel,
  • Energiewende.

Auf der Basis von konkreten Zielen wandelte sie die „Stolpersteine“ in „Trittsteine“ mit konkreten Handlungsempfehlungen um. Zum Abschluss ihres Vortrags knüpfte sie auch an das REK an. Ihr Fazit: Es ist gut, dass ein solch umfangreiches Konzept vorliegt. Nachholbedarf sieht sie in der Kooperation mit Gemeinden, NGOs und der Bürgerschaft.

Nachhaltigkeit als Strategie

Sein Fazit: Nachhaltigkeit ist eine kulturelle Herausforderung. Heinrichs attestierte Ostbelgien eine 15-jährige nachhaltige Entwicklung. Als nächster Schritt müsse nun geklärt werden, ob Ostbelgien auf dem richtigen Weg zu einem nachhaltigen Gemeinwesen sei.

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Harald Heinrichs von der Leuphana Universität Lüneburg in seinem Vortrag „Zukunftsgestaltung in unübersichtlichen Zeiten“ die zentrale Frage: Macht die Entwicklung von nachhaltigen Strategien in einer Welt, die immer unübersichtlicher zu sein scheint, überhaupt Sinn? Nach einem theoretischen Exkurs zum Begriff „Nachhaltigkeit“ zeigte auch er konkrete Handlungsempfehlungen auf. Dazu unterschied er zwischen Nachhaltigkeitsstrategien auf globaler, nationaler und kommunaler Ebene und nahm vier Punkte in den Fokus:

  • Nachhaltigkeitsverständnis,
  • Nachhaltigkeit und Demokratie,
  • Nachhaltigkeit und Verwaltung,
  • Nachhaltigkeit und politische Steuerung/Gestaltung.

Workshops am Nachmittag

Am Nachmittag fanden fünf Workshops statt, in denen die Teilnehmer nach dem Impulsreferat eines externen Experten in eine Diskussion rund um die Themen Fachkräftemangel, Energiewende, Armutsprävention, Förderpädagogik und Soziale Arbeit einstiegen.

Fazit durch FUTOUR

Abschließend fasste Dr. Johannes von Korff von der FUTOUR Umwelt-, Tourismus- und Regionalberatung die bisherigen Ergebnisse des REK in seinem Vortrag kurz zusammen, wobei seine Zwischenbilanz durchaus positiv ausfiel. Dazu gab er einen kurzen Ausblick zu den Themen und Herausforderungen der dritten Umsetzungsphase (2019 bis 2024). Auch in REK III werden die 2009 für Ostbelgien definierten REK-Regionen (Grenzregion, Wirtschaftsregion, Bildungsregion, Solidarregion und Lebensregion) die Basis für die konkreten Umsetzungsmaßnahmen bilden.