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13.02.2017

Pädagogische Mitteilung

Tipps vom Spezialisten: So vermeide ich Risiken im World Wide Web

Live Hacking ein voller Erfolg

Hacker sind lichtscheue, bärtige Typen mit wenig Sozialkontakten, die ihr Leben vor dem Bildschirm verbringen. Soweit das gängige Vorurteil, mit dem Referent Florian Demaku von der Mecodia-Akademie sofort aufräumte.

Hacker können durchaus zum kriminellen Milieu gehören. Es gibt aber auch politisch motivierte „Hacktivisten“, Militär- und Geheimdienste, die quasi beruflich hacken. oder Script-Kiddies, die dies aus jugendlichem Übermut tun.

Sie alle nutzen Sicherheitslücken aus, um in fremde Systeme einzudringen. Dabei kann es um den Diebstahl von Daten gehen, sehr oft steckt aber einfach ein handfestes finanzielles Interesse dahinter: mit Erpressungen lässt sich sehr viel Geld verdienen.

Wie der Fall des Hoteliers zeigt, dessen Computer zur Programmierung der Zimmerschlüssel-Karten kurz vor der Ankunft von 200 Gästen plötzlich lahmgelegt wurde: Er hatte die Wahl zwischen einem erheblichen finanziellen Schaden durch unzufriedene Gäste oder der Zahlung an die Erpresser.

Was Florian Demaku zeigte, sorgte für Raunen im Publikum

Manche Hersteller sind offenbar bodenlos leichtsinnig. Im Netz gibt es Seiten, die Geräte auflisten, auf die jeder über das Internet Zugriff hat. Das können in der Öffentlichkeit aufgehängte Überwachungskameras sein (das Publikum war live in einem Pub in Großbritannien zugeschaltet), aber auch „smarte“ Geräte wie Fernseher, Drucker oder der Toaster in der Küche. Und damit sind die Hacker in der Lage, in unseren Häusern herumzuspionieren.

Auch ungesicherte Online-Shops können sie locker manipulieren, Webseiten fälschen und mit getürkten E-Mails Daten abgreifen oder Rechner mit Schadsoftware infizieren.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wir können es den Hackern schwer machen

Denn die meisten Angriffe auf unsere Daten und unsere Privatsphäre können wir verhindern oder zumindest erschweren. Dazu gab Florian Demaku wichtige Tipps:

  • ein sicheres Passwort verwenden: mindestens 10 Zeichen, Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen nutzen. Einfach merken kann man sich dies, wenn man einen Satz oder eine Liedzeile verwendet. Unter „Links“ gibt es detaillierte Infos dazu.

  • Programme regelmäßig updaten

  • das eigene W-Lan Zuhause mit einem Passwort-Schutz versehen

  • beim Surfen aufpassen: die Angabe „htpps“ in der Adresszeile des Browsers zeigt die sichere Übertragung an

  • Aufpassen bei der Installation von kostenlosen Programmen oder Apps: keine persönlichen Daten preisgeben, Vorsicht beim Klicken auf Links

  • Programme und Apps nur von sicheren Webseiten herunterladen

  • Smartphones mit einer PIN-Nummer schützen (Wischmuster sind sehr leicht im Schmierfilm auf dem Bildschirm zu erkennen), Bluetooth abschalten, bei Downloads aufpassen

  • in öffentlichen, ungesicherten W-Lan Verbindungen besonders vorsichtig sein

Mehr als 150 interessierte Zuhörer erlebten am 8. Februar einen unterhaltsamen und informativen Abend im BRF-Funkhaus. Aufgrund des großen Interesses soll die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal angeboten werden.

2004 erklärte die Europäische Kommission den 2. Dienstag im Februar zum Tag des sicheren Internets, um auf Risiken und Gefahren aufmerksam zu machen. Mittlerweile beteiligen sich 110 Länder weltweit daran. Zum „Safer Internet Day 2017 “ hatten BRF und Medienzentrum einen Spezialisten eingeladen, der zeigte, wo und wie Schwachstellen an Geräten ausgenutzt werden können. Der Abend fand mit Unterstützung des Informationsbüros „Europe direct“ statt.