Grenzregionen im Fokus

EU-Kommission befragt Bürger zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit

In den Grenzregionen wird die EU jeden Tag aktiv gelebt, dennoch bestehen weiterhin viele Grenzhindernisse. Um die Situation zu verbessern, führt die EU-Kommission eine Online-Umfrage durch. Teilen Sie noch bis zum 14. März 2021 Ihre Meinung mit!

Seit der Schaffung des Binnenmarktes im Jahre 1992 haben sich in den Grenzregionen zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet. Eine Realität, die man in Ostbelgien nur zu gut kennt. Dennoch gibt es nach wie vor viele Hindernisse.

Die Menschen in den Grenzregionen haben im Alltag weiterhin viele Schwierigkeiten bei:

  • der Arbeitsplatzsuche,
  • der Gesundheitsversorgung,
  • beim täglichen Berufspendeln
  • oder bei Behördenangelegenheiten.

Auch die Unternehmen klagen über Hürden, die ihr Wachstum und ihr Potenzial begrenzen.

Nehmen Sie an der Umfrage teil!

Der AdR (Ausschuss der Regionen) und die Europäische grenzübergreifende Bürgerallianz führen eine öffentliche Konsultation durch, um gemeinsame Ziele bzw. langfristige Perspektiven für die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der EU herauszuarbeiten.

Auf Grundlage der Ergebnisse der Umfrage arbeitet der AdR konkrete Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Situation aus.

Die Umfrage richtet sich an:

  • Unternehmen
  • Organisationen
  • lokale Behörden
  • grenzüberschreitende Behörden

Über ein Onlineformular können Sie an der Umfrage teilnehmen. Das Formular finden Sie in den weiterführenden Links. Die Umfrage läuft noch bis zum 14. März 2021 und kann in sämtlichen EU-Amtssprachen ausgefüllt werden.

Grenzregionen in der Europäischen Union

Die Regionen an den EU-Binnengrenzen machen 40 % des Gebiets der Europäischen Union aus und haben einen EU-Gesamtbevölkerungsanteil von 30 % (150 Millionen Menschen):

  • Knapp 2 Millionen der dort lebenden Menschen sind Grenzgänger.
  • 1,3 Millionen Menschen pendeln aus beruflichen Gründen über die Grenze.

Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigt, wie groß die Verluste sind

  • Die Grenzregionen könnten im Durchschnitt um 8 % wohlhabender sein, wenn alle bestehenden Hindernisse beseitigt und eine gemeinsame Sprache verwendet würde. Dieses Szenario ist jedoch schwer zu verwirklichen.
  • Würden nur 20 % der bestehenden Hindernisse beseitigt, könnte das BIP der Grenzregionen immer noch um 2 % wachsen.

Mit Blick auf die sich abzeichnende schwierige Erholung würden die Grenzregionen von der Beseitigung dieser Hemmnisse besonders profitieren.

Grenzregionen als Motor für die Zukunft

Die Lehren aus der COVID-19-Krise und die zahlreichen Erfahrungsberichte zeigen klar, dass es einer neuen Dynamik und einer langfristigen Vision bedarf, damit die Grenzregionen keine weiteren Rückschläge einstecken müssen, sondern zum Motor der europäischen Solidarität und Zusammenarbeit werden.

Wichtig ist, dass bei der grenzübergreifenden Zusammenarbeit nicht nur auf die verbleibenden Hindernisse geschaut wird, sondern auch auf die Chancen in einem gemeinsamen Europa. Das Potenzial unseres Kontinents ist noch lange nicht ausgeschöpft, und letztlich geht es dabei auch und vor allem um die Demokratie in Europa.