Aus Stichting wurde EVTZ

Mehr Schlagkraft für die Euregio Maas-Rhein

Seit Anfang April ist die Euregio Maas-Rhein ein sogenannter Europäischer Verbund für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ). Das bedeutet nicht nur mehr Anerkennung, sondern bietet auch neue Chancen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Der Europäische Verbund für Territoriale Zusammenarbeit, kurz gesagt EVTZ

Mit diesem Instrument fördert die Europäische Union die Zusammenarbeit auf gemeinschaftlicher Ebene. Im Jahr 2006 verabschiedete die EU die Verordnung zum EVTZ. Damit schuf sie einen europarechtlichen Rahmen, der die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern soll.

Dieser Rahmen erleichtert nicht nur die Zusammenarbeit. Er vernetzt außerdem die einzelnen Gebietskörperschaften wirtschaftlich, sozial und kulturell miteinander.

Hintergrund

Die Euregio Maas-Rhein ist einer der ältesten Kooperationsverbände Europas. Seit 1976 arbeiten Partner aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien  zusammen, zunächst im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft, später (1991) im Rahmen einer Stichting nach niederländischem Recht. Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist seit 1992 Mitglied der Stichting, deren Sitz 2007 nach Eupen kam.

Bereits seit mehreren Jahren zogen die Partner eine Strukturreform in Erwägung, die im November 2017 beschlossen wurde. Konkret wurde diese, als etwa 18 Monate später die EVTZ gegründet wurde.

Die heutige Euregio umfasst:

  • die Provinzen Limburg (Niederlande), Limburg (Belgien), Lüttich (Belgien)
  • den Zweckverband Region Aachen (Deutschland)
  • die Deutschsprachige Gemeinschaft (Belgien)

Der Sitz des neuen EVTZ Euregio Maas-Rhein befindet sich in Eupen.

Die erste Generalversammlung des neu gegründeten EVTZ

Am 4. April kamen in Lüttich zum ersten Mal die Mitglieder der Versammlung des neuen EVTZ zusammen. Für die Deutschsprachige Gemeinschaft nahmen neben dem Ministerpräsident und der Vize-Ministerpräsidentin auch vier Vertreter des Parlaments sowie ein Vertreter der Bürgermeisterkonferenz und Vertreter der Sozialpartner an der Sitzung teil.

Gemeinsam mit den Vertretern der anderen Partnerregionen berieten sie u.a. über den Arbeitsplan 2019 des EVTZ. Sie sprachen über Fördermöglichkeiten in der Euregio Maas-Rhein und genehmigten den Haushalt des neuen EVTZ.

Was ändert sich durch die Strukturreform?

"Durch den EVTZ wird die Euregio Maas-Rhein zu einem anerkannten Bindeglied zwischen euregionalen Dienstleistern, Netzwerken, Partnerregionen sowie den Entscheidungsebenen", sagte Michael Dejozé, Direktor des EVTZ Euregio Maas-Rhein in Lüttich.

Mit dieser Strukturreform sollen neue Impulse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erzeugt und die Euregio Maas-Rhein schlagkräftiger gemacht werden. Die Arbeitsstrukturen werden optimiert.

Insbesondere sollen durch die Gründung des EVTZ auch die kommunalen Akteure enger eingebunden werden. Dies trägt zu einer besseren Sichtbarkeit und lokalen Verankerung der EMR bei. Gleichzeitig wird eine bessere Koordination der Initiativen auf unterschiedlichen Ebenen sichergestellt.

Dank der neuen Rechtsform wird die EMR ein anerkannter und starker Partner für lokale, regionale und föderale Regierungsebenen dies- und jenseits der Grenze. So können für Probleme und Hemmnisse der Euregio einfacher Lösungen gefunden werden.