Eine Option der grenzüberschreitenden Stromversorgung für die Zukunft

Vorstellung der ostbelgischen Energiewabe in Luxemburg

Bei einer Veranstaltung der Großregion zur europäischen Aktionswoche der Nachhaltigkeit stellten Courant d'Air, Cociter und das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft das ostbelgische Energiewabenkonzept vor.

Was ist eine Energiewabe?

Ziel des Interreg VA-Projekts „Energiewaben - Regionale Energieversorgung der Großregion" ist ein Konzept

  • um Energieproduktion und -verbrauch zu verbessern
  •  mehr erneuerbare Energien auf regionaler Ebene zu erzeugen.

Die Lösung: Energiewaben. Das sind abgegrenzte Gebiete mit einem virtuellen "Energiemengenkonto". Im Falle von Überschüssen in der Energieproduktion sollen diese an die benachbarten Waben weitergeleitet werden.

„Das kann man sich wie Bienenwaben vorstellen, die unter Berücksichtigung des Füllstands von Nachbarwaben mit Honig befüllt werden. Deshalb haben wir uns für diese Bezeichnung für unser Projekt entschieden", erläutert Barbara Dröschel, Projektkoordinatorin beim Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme. „Wichtig ist uns auch der Hinweis, dass die Energiewaben nicht autark sind, sondern weiterhin am Netz der öffentlichen Versorgung angeschlossen bleiben", so Dröschel. 

Vier Energiewaben in der Großregion

Bisher wurden im Projekt Konzepte für Energiewaben in Metz (F), Remich (L), Trier (D) und Ostbelgien (B) erstellt. Damit jede Wabe die Möglichkeit hat, sich selbst zu regulieren, werden Smart-Grids, virtuelle Kraftwerke und eine Leitzentrale integriert.

  • Ein Smart-Grid ist ein intelligentes Stromnetz, das die kommunikative Vernetzung innerhalb einer Wabe gewährleistet. p>
  • Ein virtuelles Kraftwerk ist die Zusammenschaltung von dezentralen Stromerzeugungseinheiten, die innerhalb einer Wabe vorhanden sind.

Durch die aufeinander abgestimmte Schaltung von Energieerzeugung und -verbrauch über die Leitzentrale sowie durch Speichermöglichkeiten kann ein höherer Prozentsatz des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

In einem nimmt das Projekt die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen unter die Lupe. Damit auch über die Grenzen hinweg Strom zwischen den verschiedenen Waben fließen kann.

Energiewabe Ostbelgien

Die Energiewabe Ostbelgien umfasst:

  • die Deutschsprachige Gemeinschaft
  • die Gemeinden Weismes, Malmedy und Bleiberg

Die ersten Resultate der Simulationen, die in Remich vorgestellt wurden, zeigen, dass 97% der regional produzierten erneuerbaren Energien innerhalb der Wabe verbraucht werden. Konkret können also nur 3% der erneuerbaren Energieproduktion als Überschuss über das Transportnetz ausgeführt werden.

Diese Überschüsse können einerseits durch den fluktuierenden Charakter der erneuerbaren Energien erklärt werden: Nur an Tagen, wo es besonders viel Wind und Sonne gibt, steigt die Produktion über den Verbrauch hinaus. Andererseits verursacht auch der sich ständig verändernde Stromverbrauch etwa tagsüber und nachts Schwankungen in der benötigten Strommenge.

Um den Gesamtverbrauch über die Zeitspanne eines Jahres ausschließlich durch erneuerbare Energien zu decken, müssen mehr Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien gebaut werden.

Das Projekt wird im Rahmen des europäischen Programms Interreg VA „Großregion“ gefördert. Insgesamt sind daran sieben Partner aus der Großregion beteiligt. Dabei handelt es sich um das IZES aus Saarbrücken, das auch Projektleiter ist, die Stadtwerke Trier (SWT), die Stadtwerke Metz (uem), die Dutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, die belgische Energiegenossenschaft Courant d'air, der belgische Stromversorger Cociter, die Stadt Remich und deren Versorger Eida in Luxemburg.